Der aktuelle Stand der Flüchtlingsthematik in Blumenberg

Baustelle Langanbergstraße
Baustelle Langanbergstraße
Fast zwei Monate nach der hitzigen Informationsveranstaltung am 25. September 2014 zum Containerheim für Flüchtlinge in Blumenberg ist die Spannung in der Bevölkerung immer noch zu spüren. Beiträge auf Facebook oder auf dieser Website werden übermäßig oft angeklickt und kommentiert. Allerdings hat sich der Grad der Aufregung etwas abgekühlt. Alle Beteiligten des Prozesses sind zu konkreten Schritten übergegangen.

Stadt Köln baut in Blumenberg
Seit dem 30. Oktober sind Bauarbeiten in der Langenbergstraße zugange – entgegen den ersten Planungen wurden ca. 2/3 der Parkplätze der Baustelle zugeordnet. Auch zwei Glascontainer auf dem Gelände wurden zunächst eingezäumt und erst nach massiven Beschwerden der Anwohner bei der AWB wieder frei gestellt. Die Baugruben wurden eingerichtet, der Schutt verteilt und verdichtet. Es werden schon offensichtlich erste Erschließungsmaßnahmen eingeleitet. Bis zur Fertigstellung des Heimes ist es nicht mehr weit.

Auf Einladung der Stadtteilkonferenz Blumenberg berichtete dort am 13. November Herr Prölß vom Kölner Flüchtlingsrat e.V. über die Situation in Köln und speziell in Blumenberg. Seine Präsentation können sich unsere Leser hier anschauen – bitte hier klicken.

Aktivitäten im Bezirk und lokale Willkommensinitiative
Auf der Bezirksebene wurde ein Koordinationskreis gebildet. Er besteht aus dem Bezirksbürgermeister Herrn Zöllner, dem Amtsleiter des Bezirksamtes Herrn Büscher, vier Bezirksvertretern und den Sprechern der Flüchtlingshilfe vor Ort (für Blumenberg ist das zur Zeit Herr Bonn, für Worringen der Vorsitzende des Bürgervereines Worringen, Herr Kaspar Dick).

Der Kreis dient als Ansprechpartner für die Flüchtlinge und für die Menschen vor Ort, die sich für die Flüchtlinge engagieren, um ihnen bei Bedarf Unterstützung zu geben und übergreifende Fragen zu klären.

Auch in Blumenberg ist eine Unterstützergruppe aus Vertretern der kirchlichen Kreise, Sozialen Einrichtungen, Bürgern, darunter auch einige Mitglieder der IG Blumenberg, gebildet worden. Koordination: Frau Traudel Stahl, . Geplant sind u. a. ein Willkommensfest, Sprachkurse, Musikunterricht, Patenschaften (Familien, Kinder), Sport, Freizeit, Kommunikation mit dem Träger, Infoblatt und eine eigene Website. Das Angebot scheint hauptsächlich Familien, Kinder und Jugendliche im Visier zu haben, allerdings hängt der Erfolg stark von der Zusammensetzung der Flüchtlinge ab, und die ist zurzeit noch unbekannt.

Die Anwohner
Von Anfang an waren die meisten Anwohner am geplanten Flüchtlingsheim, so, wie recht oft auch in anderen Orten Deutschlands, mit der Entscheidung der städttischen Behörden sehr unzufrieden. Zwei spontane Anwohnerversammlungen mündeten in einem Offenen Brief an den Oberbürgermeister Roters mit dem Aufruf, den Standort neu zu überdenken. Als Reaktion auf die überreichten über 500 Unterschriften kam eine schriftliche Eingangsbestätigung. Mehr nicht.

Das Misstrauen gegenüber der lokalen Politik und das Gefühl der Machtlosigkeit fördern nicht unbedingt ein wohlwollendes Klima in der direkten Umgebung des Heimes. Eins beteuern aber alle Anwohner bei jeder Gelegenheit immer – diese Gefühle richten sich nur gegen die Stadt Köln. Den Kriegsflüchtlingen und deren Situation steht man solidarisch gegenüber.

Diese Entwicklung hat eine alte Idee vorangetrieben, innerhalb der IG Blumenberg einen Arbeitskreis der Haus- und Grundbesitzer zu etablieren, der die Belange der Bewohner von 86% aller Wohngebäude in Blumenberg nach innen und nach draußen kommuniziert, den Austausch in hausbesitzerspezifischen Anliegen fördert, wie Garten, Handwerker, Barrierefreiheit, Geräteverleih oder gar eigene virtuelle Ersatzwährung  für die aktive Nachbarschaftshilfe wäre denkbar. Koordination: Herr Alexander Litzenberger,

Dieser Arbeitskreis sollte dafür sorgen, dass die Notlösung Container in der Langenbergstraße nach zwei Jahren, wie von der Stadt Köln und vielen politischen Kräften auch angestrebt, aufgelöst wird, die Flüchtlinge in menschenwürdigen Unterkünften nach den eigenen Standards der Stadt untergebracht sind, die Parkplätze und das ganze Gelände in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzt sind.

Aber auch der geplante Polder im Worringer Bruch mit seiner Auswirkung auf das Grundwasser in Blumenberg oder der mögliche Ausbau des Blumenbergweges als Autobahnzubringer könnte die Vereinigung auf den Plan rufen.

Die Bauarbeiten schreiten voran, bald kommen die ersten Flüchtlinge nach Blumenberg. Die Zeit wird zeigen, wie reif unser Stadtteil für die Herausforderung Integration, Hilfe und Zusammenhalt ist.

Alexander Litzenberger
17.11.2014
Foto: Die Baustelle Flüchtlingsheim in der Langenbergstraße, Köln-Blumenberg. © www.koeln-blumenberg.de

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