„Aber insgesamt sind wir hier ein ruhiges Veedel“

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Der Kölner Stadt-Anzeiger veröffentlichte am 12. Juli 2016 den Artikel „Sorge um den Nahversorger“ mit dem Untertitel „EDEKA Anwohner bedauern, dass der Supermarkt in Blumenberg-Nord schließt – Klagen über Zerstörungswut im Ort“. Dort wurde u.a. zum Teil in drastischen Worten die Sicherheitslage in Blumenberg angesprochen. Unsere Redaktion hat Eike Danke (SPD), Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin und wohnhaft in Blumenberg, gebeten, die Situation zu kommentieren.

Frau Danke, in der Stadt-Anzeiger-Ausgabe vom 12. Juli ging es in einem Artikel unter anderem um die Sicherheitslage in Blumenberg. Bezirksvertreter Hubrich bezeichnet dort die Situation mit der Kriminalität im Stadtteil als "katastrophal". Ist Blumenberg die neue Bronx von Köln?

Wer hier in Blumenberg lebt, denke ich, weiß es besser. Hier hat niemand wirklich Angst auf die Straße zu gehen oder mehr als anderswo vor Einbrüchen.

Leider gibt es auch hier mal einen Fahrraddiebstahl oder einen Einbruch bei Edeka oder im schlimmsten Fall eine Körperverletzung in einem persönlichen Konflikt. Und für jeden, der persönlich betroffen ist, ist das auch tragisch. Zerstörte Zigarettenautomaten hat es auch schon immer und überall gegeben, auch wenn die Art der Zerstörung sicher radikaler wird. Aber insgesamt sind wir hier ein ruhiges Veedel. Von einer katastrophalen Lage kann in keinster Weise die Rede sein, das halte ich für reinen Populismus.

So ist auch die Einschätzung der Polizei, z.B. des Leiters der Polizeiinspektion für Chorweiler, Herrn Rohmer. Auch er sieht Blumenberg als ein eher ruhiges unauffälliges Viertel und keinen konkreten Handlungsbedarf.

Wurde das Thema Sicherheit in Blumenberg in den letzten Monaten in irgendeiner Weise in der Bezirksvertretung Chorweiler behandelt?

Die Sicherheit im Stadtbezirk ist neben einigen anderen Themen, wie z.B. Jugendarbeit, Flüchtlinge und Entwicklung in den einzelnen Stadtteilen, ein andauerndes und "durchlaufendes" Thema in der Arbeit der Bezirksvertretung. Neben den öffentlichen Sitzungen, in denen u.a. Anträge bearbeitet werden, gibt es noch vielfältige Gremien, z.B. interfraktionelle Treffen und Beiräte, in denen die verschiedenen Themen aufgegriffen und erörtert werden. So auch Themen der Sicherheit in den einzelnen Stadtteilen. Sollte sich daraus der Bedarf zum Handeln ergeben, gibt es zumeist fraktionsübergreifende Anträge zur Verbesserung der Lage. In den letzten Monaten hat es hier eher Anträge zur Verkehrssicherheit gegeben oder bspw. zur Beleuchtung des Parks zwischen Blumenberg und Chorweiler-Nord, um das Sicherheitsgefühl zu erhöhen.

In den sozialen Medien brodelt die Gerüchteküche, es werden Ängste geschürt, manch einer schreibt sogar über "untragbare Zustände" in Blumenberg. Wie stark leidet der Ruf des Stadtteils bei diesem medialen Aufruhr?

Ich sehe hier nur eine kleine Gruppe, die gerne Gerüchte schürt und dramatisiert. Diese werden von der Mehrheit der Bürger in Blumenberg jedoch gar nicht wahr- bzw. ernstgenommen, da die ja täglich hier miterleben, wie friedlich es im Grunde ist.

So Ereignisse, wie ein in Brand geratenes Auto, welches wiederum vermutlich 3 weitere Autos entzündet hat, werden gerne, ohne weitere Kenntnisse der Sachlage, zu einer "Brandstiftung von 4 Autos" dramatisiert. Dazu gibt es bis heute keinerlei Hinweise, geschweige denn, nach Aussage der Polizei, Beweise.

Blumenberg gibt es jetzt seit ca. 25 Jahren und es verirrt sich auch mal der ein oder andere hier hin, der nichts Gutes im Schilde führt. Somit sollte sich jeder präventiv bspw. vor Einbruch schützen. Und wer sich provokativ verhält, muss selbst einschätzen, ob er eine körperliche Konfrontation riskiert oder dem aus dem Weg geht.

Insgesamt stellt sich sicher die Frage, wer und welche Absichten stecken hinter solchen Versuchen, den Stadtteil Blumenberg mit diesen dramatisierten Behauptungen in ein schlechtes Licht zu setzen?

Die Verantwortlichen, wie die meisten Bezirksvertreter, die zuständige Polizei, die Jugendpflegerin und der Sozialraumkoordinator tun hier ihr Bestes, die Lage sachlich zu betrachten, einzuschätzen und bei Bedarf geeignete notwendiges Maßnahmen einzuleiten. 01.08.2016, AL

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