Bus für Blumenberg: Ortstermin am 02.Mai.2012

Testergebnis - durchgefallen. Vorerst.

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Entsprechend dem Beschluss der Bezirksvertretung (BV) Chorweiler vom 26.Jan.2012 (wir berichteten) wurde am 02.Mai.2012 zusammen mit der Verwaltung der Stadt (Herr Dörkes, Amt für Stadtentwicklung und Statistik) und Vertretern der KVB (u.a. Herr Höhn, Verkehrsmanagement der KVB) eine Ortsbegehung vorgenommen. Herr Höhn kam "standesgemäß" mit einem Gelenkbus angefahren, dessen Wendigkeit im Wendekreis der Ernstbergstraße demonstriert werden sollte.

Anwesende waren neben den Mitgliedern der Bezirksvertretung auch zwei Seniorenvertreterinnen (Frau Reiff und Frau Blank), einige Bürger Blumenbergs und natürlich auch Angehörige der IG-Blumenberg. Beobachtet wurde das Treffen darüber hinaus auch von Vertretern der Medien. Der WDR sendete anschließend einen Beitrag im Nachrichtenblock der Lokalzeit um 18:00 Uhr. Zunächst wurde den Vertretern der KVB und der Verwaltung Gelegenheit gegeben, noch einmal zu der bisherigen Ablehnung Stellung zu nehmen:

Buslinie-126_Moegliche-Schleife1_Blumenberg_Karte_OS
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Buslinie-126_Moegliche-Schleife2_Blumenberg_Karte_OS
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Argumente von Herrn Höhn waren, dass seitens der KVB gar keine grundsätzlich ablehnende Haltung zu einer Busanbindung vorliegt. Voraussetzungen seien lediglich eine entsprechende Verkehrsstruktur, die derzeit in Blumenberg nicht gegeben sei und eine gesicherte Finanzierung, die von der Stadt Köln zu tragen sei (!). Es laufen aktuell auch Untersuchungen, auf welche Weise die Anbindung am besten bewerkstelligt werden könnte. Beispielsweise gebe es neben den Vorschlägen der IG (siehe Skizzen) auch noch die Strecke entlang der Langenbergstraße und dann weiter auf der derzeit alten und gesperrten Verbindungsstraße zurück zum Weichselring. Bauliche Anpassungen würden aber in allen Fällen notwendig sein.

"Das wichtigste Ziel der Verkehrsanbindung ist bereits erfüllt." (Christian Dörkes)

Argumente von Herrn Dörkes waren, dass damals der Stadtteil Blumenberg bewusst dahingehend geplant wurde, um weder Durchgangsverkehr noch Schwerverkehr zu ermöglichen. Das zweite dieser Kriterien ist der Grund für die aktuellen strukturellen Probleme. Auch schon eine Anfahrt per Möbelwagen ist nicht einfach zu bewerkstelligen. Der Fokus wäre mehr auf die unzuverlässige S-Bahn zu legen. Mit der Bahn und dem Nahverkehr Rheinland (NVR) habe man bereits Kontakt aufgenommen, um die Störungen der S-Bahn künftig stärker zu vermeiden. Abgesehen davon sei das wichtigste Ziel der Verkehrsanbindung von Blumenberg bereits erfüllt, nämlich die (umstiegsfreie) Anbindung zur Innenstadt und der Bezirksverwaltung. Einwände der Bürger, dass besonders die Schüler von Blumenberg-Nord eine sichere Anbindung zu den umliegenden weiterführenden Schulen benötigen und auch für den Wendekreis nicht auf einem großen Gelenkbus bestanden werden müsse, wurden zur Kenntnis genommen, jedoch nicht im Detail darauf eingegangen. Zumal bei der Frage des Gelenkbusses auch beachtet werden muss, dass dieser bei möglicher steigender Nachfrage notwendig sein wird und darüber hinaus auch an anderer Stelle Initiativen für dessen Einsatz vorliegen. Gerade bei den Schulanbindungen sind die Busse morgens (Unterrichtsbeginn) und nachmittags (Unterrichtsende) dramatisch überfüllt.

Die anschließende Testfahrt mit dem Gelenkbus hat dann (erwartungsgemäß) gezeigt, dass der Bus einen größeren Wendekreis benötigt, als von der Straße gegeben. Nur durch zweimaliges Rücksetzen des Busses war ein Wenden möglich. Eine erste Vorabuntersuchung der IG Blumenberg hat aber auch ergeben, dass eine ausreichende Vergrößerung des Wendekreises ohne (teure) Aufschüttung der Böschung möglich sein sollte. Möglich wäre auch ein Öffnen des S-Bahn-Vorplatzes für die Busdurchfahrt, ebenso mit baulichen Anpassungen. Dann wäre kein Wenden mehr notwendig, da dann die Weiterfahrt entlang der Geiersbergstraße möglich würde. Zu klären wäre dann noch unter anderem, ob die Steigungswinkel der Straße mit dem Bus genommen werden können.

Darauf basierend hat die Bezirksverwaltung nicht lange gezögert und noch vor Ort einstimmig zwei Prüfaufträge an die Adresse der Verwaltung beschlossen:
Untersuchung von erforderlichen geeigneten baulichen Anpassungen, damit

  • der Wendekreis für die Busanbindung verwendet werden kann und
  • der S-Bahn-Vorplatz für die Busdurchfahrt verfügbar sein kann.

Die IG Blumenberg erwartet gespannt die Ergebnisse und hat gegenüber der Presse verlauten lassen, dass sie weiterhin dieses Thema verfolgen und für eine Busanbindung kämpfen wird.

 

SY, 03.Mai.2012
Hinweis: Die aufgeführten Argumente der Vertreter spiegeln nicht automatisch die Meinung des Autors wieder.

Weitere Informationen zum Thema Bus auf unserer Website. Fotos: Johannes Petrikowski

 


Kommentare   

+2 #3 4711 2012-05-26 21:12
Ja, aber auch nur eine ganz kleine :-)..
0 #2 handy 2012-05-13 02:50
Aber ganz gewiss! Es war zu offensichtlich, dass der lange Gelenkbus den Kreisel nicht ohne zurücksetzen umrunden konnte, wenn er von Anfang an schon linkslastig in den Kreisverkehr hineinfuhr!
+2 #1 wahlkoelsch 2012-05-07 23:12
Ich glaube es ist ein wenig schwierig, wenn derjenige, der eigentlich diese Verbindung nicht einrichten möchte, nachweisen soll, daß die Infrastruktur in Ordnung ist. Eine gewisse Befangenheit lag meiner (bescheidenen) Ansicht nach hier schon vor...

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